Der Einfluss von 2000 AD auf die US-Comics


Wenn man an die englischen Comics aus 2000 AD denkt, könnte man ja erstmal davon ausgehen Neuland zu entdecken. Dem ist aber nicht ganz so. Viele britische Autoren und Zeichner haben mit Hilfe von Veröffentlichungen in 2000 AD den Sprung über den großen Teich in die Verlagsbüros von Marvel und DC geschafft.
Garth Ennis hat das wohl am besten beschrieben: Zu der Zeit sagte man, daß wenn du einige Kurzgeschichten in 2000 AD unterbringst werden sie dich schließlich für eine fortlaufende Serie nehmen und, wenn alles gut läuft, entdecken dich die Amerikaner. Und wenn die dich einmal entdeckt haben, geben sie dir einen alten Superhelden zum Neuerfinden, und danach machst du für sie irgendsoein großes Superheldenepos und dann ist die Freiheit wohl grenzenlos. Obwohl das jetzt leicht komisch klingt, das ist genau das, was Alan Moore und Grant Morrison passiert ist.
Und in deren Windschatten kamen einige in die USA. Direkt von Moore mitgebracht wurde Dave Gibbons, sie haben zusammen 'Future Shocks'-Kurzgeschichten für 2000 AD fabriziert, und ebenso gemeinsam haben sie bei DC 1986 eines der Comicmeisterwerke mit 'Watchmen' veröffentlicht und damit die richtig große britische Invasionswelle ausgelöst. Es kamen dann relativ schnell Brian Bolland, Garth Ennis, Grant Morrison, Alan Grant, Pete Milligan, Steve Yeowell, Barry Kitson, Simon Bisley, Neil Gaiman... Aber auch in den Neunzigern kamen mit Warren Ellis, Alan Davis, Mark Millar, Bryan Hitch, Mark Buckingham, Dan Abnett... immer noch Comicschaffende in dieser Tradition zu den amerikanischen Verlagen.
Aber nicht nur ihre erste Veröffentlichungen haben diese Briten in 2000 AD gehabt, sie haben natürlich das Comicmagazin auch gelesen und daraus gelernt. Sowohl Ennis als auch Ellis erinnern sich z.B. an das Annual von 1981, in diesem wurde gezeigt, wie ein Judge Dredd Comic gemacht wird, von der Idee zum Skript zum Zeichner zum Tuscher, usw. mit Beispielen von allen Phasen und da war dann auch eine Seite eines Judge Dredd Skriptes von John Wagner abgedruckt. An Hand diesem 'lernten' beide wie ein Comic, im handwerklichem Sinne, geschrieben wird. Ebenso sind auch die Geschichten nicht ohne Einfluß auf die späteren Autoren geblieben, im Vergleich zu den in Großbritannien auch sonst vorhandenen Superheldencomics ging es in 2000 AD ja nun immer etwas härter, wilder, punkiger und greller zu. Allein diese andere Art des Comics brachte viel Schwung in den amerikanischen Comic. Mit Lobo gibt es auch ein Beispiel einer Figur die von Alan Grant und Simon Bisley sehr stark nach Vorbildern aus 2000 AD gestaltet wurde.